Châteaux et fortifications

Burg Mont Saint-Jean Dudelange

Beschreibung

Es war einmal…

Es war einmal, in einem Königreich im Süden Luxemburgs, ein Berg, den man den Johannisberg nannte. Früher versammelten sich dort die Einwohner der Gemeinde und der ganzen Umgegend um zu beten. Es war ein Ort, der ganz im Zeichen des christlichen Glaubens stand. Die ursprüngliche Kirche, die Johannes dem Täufer gewidmet war, galt in der Tat als Mutterkirche für die gesamte Region. Die Gläubigen drängten sich vor ihren Toren. Von der Mitte des XV. Jahrhunderts bis zur Mitte des darauffolgenden Jahrhunderts war die Kirche sogar der Sitz einer Komturei des Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. Nach diesem goldenen Zeitalter hat der Berg so manch andere Epoche und anderen Prunk erlebt, er blieb jedoch während sehr langer Zeit ein Wallfahrtsort. Genau wie die Springprozession in Echternach, ein Städtchen im Osten des Landes, dessen Tradition zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, zog die Prozession von Dudelange große Menschenmassen an. Von den einfachen Gläubigen bis zu den Kranken auf der Suche nach Heilung, alle Pilger riefen die Fürsprache des Heiligen an. Beendet wurden die Feierlichkeiten mit einem Markt auf dem Berggipfel.

Dass wir heute so gut über diese bemerkenswert reiche Geschichte Bescheid wissen, verdanken wir nicht nur den schriftlichen Überlieferungen sondern auch den archäologischen Grabungen, die sogar die Überreste gallo-römischer Bauten wieder ans Tageslicht brachten. Die Burg selbst wurde jedoch viel später errichtet,  geblieben davon sind die immer noch sichtbaren Ruinen. Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende.
Zurück ins Mittelalter. Dudelange besaß bereits eine Flachlandburg, die sich im Besitz der Herren von Gymnich befand, jedoch Anfang des XV. Jahrhunderts zerstört wurde. Zu diesem Zeitpunkt begann die Errichtung der Burg auf der Anhöhe. Ritter, Burgherren, Prinzessinnen… Alle Figuren, die wir aus den Märchen kennen, waren damals vor Ort anzutreffen. Die durchgeführten Untersuchungen und Grabungen haben im Übrigen ergeben, dass Luxus und lockere Sitten in dieser Hochburg an der Tagesordnung waren.

In dieser Geschichte kommen zwar keine Drachen oder bösen Hexen vor, dafür aber, wie so oft, Kampf und Zerstörung. Auch die Burg entkam diesem düsteren Schicksal nicht, ab Mitte des XVI. Jahrhunderts büßte sie ihre Stellung als strategischer Standort ein. Ihre schönen Steine wurden in der Folge als Steinbruch für den Bau der umliegenden Wohnhäuser benutzt und könnten heute Teil Ihrer Mauern sein, wer weiß?

Wenn Sie jedenfalls gern von Prinzen und Prinzessinnen, von Burgherren und Burgfräulein, von Troubadouren, Hofnarren und großen Bällen träumen, dann lustwandeln Sie auf den Anhöhen von Dudelange zwischen den mittelalterlichen und geheimnisumwobenen Ruinen. Wenn Sie gut hinhören, hören Sie vielleicht das leise Murmeln des Burgfräuleins vom Johannisberg. Es heißt, dass das arme, in eine Schlange verwandelte Fräulein, alle sieben Jahre dort auf ihren Retter wartet...

Geöffnet

01.01. - 31.12.

Leistungen

  • Besichtigung möglich
  • geführte Tour
  • Audio-Tour